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Preisbestandteile Erdgas

Zu welchem Preis Sie als Erdgaskunde heizen, entscheidet zu einem erheblichen Anteil Vater Staat. Denn auf dem Energiemarkt folgt längst nicht alles dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Gewisse Grundkosten sind einfach da und müssen gedeckt werden.

Wofür bezahlen Sie eigentlich?

Schauen Sie im Detail, wie sich Ihr Erdgaspreis zusammensetzt. Am Beispiel des Produkts EWE Erdgas comfort sehen Sie (bei einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh in unserem Vertriebsgebiet 7 West) direkt, wohin welcher der 1.276 Euro Gesamtkosten pro Jahr fließt.

So setzt sich der Erdgaspreis bei EWE zusammen.

Die Netzkosten

Die Energie gelangt über Verteilnetze von der Erdgasquelle zum Kunden. Für Betrieb, Instandhaltung und weiteren Ausbau zahlen die Versorger an den Netzbetreiber Entgelte. Deren Höhe wird von der Bundesnetzagentur genehmigt und fällt je nach Region unterschiedlich hoch aus. Der Anteil der Netzkosten für Sie als EWE-Kunde liegt in unserem Beispiel bei 258 Euro.

Die Energiesteuer

Der Nettobetrag, den Ihre Erdgasrechnung aufweist, enthält auch eine Energiesteuer – und die ist eine echte Besonderheit: Denn sie wird nicht prozentual festgelegt, sondern absolut. Das heißt, Vater Staat legt exakt fest, welcher Euro-Betrag von jeder Liefereinheit Erdgas in die Staatskasse fließt, unabhängig vom aktuell gültigen Marktpreis. Zurzeit sind das 0,55 Cent pro Kilowattstunde, das machen in diesem Bereich 110 Euro aus.

Die Mehrwertsteuer

Wie für so ziemliches jedes Produkt, das Sie als Verbraucher konsumieren, fällt auch bei Erdgas eine Mehrwertsteuer an. Die liegt bei 19 Prozent = 204 Euro.

Die Konzessionsabgabe

Einen weiteren Faktor stellt die Konzessionsabgabe dar. Energieversorger zahlen sie für die Nutzung von öffentlichen Verkehrswegen bei der Verlegung von Strom- und Gasnetzen. EWE entrichtet die Konzessionsabgabe direkt an die Kommunen, die Höhe dieser Abgabe richtet sich dabei nach der Einwohnerzahl. 48 Euro.

Entdecken Sie die Bestandteile Ihres Erdgas-Preises.

Die Energiekosten inkl. Vertrieb

Ein Großteil des benötigten Erdgases wird aus dem Ausland importiert, vorwiegend aus Norwegen, den Niederlanden und Russland. Um die Erdgasversorgung dauerhaft sicherzustellen, wurden mit den Erdgaslieferanten langfristige Bezugsverträge abgeschlossen. Die Höhe des Handelspreises bildet sich im Wesentlichen durch Angebot und Nachfrage nach Energie bzw. Energieträgern. Die Preisbildung erfolgt mit einer geringen zeitlichen Verzögerung unter Berücksichtigung der Entwicklung des Ölpreises. Steigt die Nachfrage nach dem Energieträger Öl, erhöhen sich auch die Preise für Erdgas und die meisten anderen Heizenergieträger. Bei rückläufiger Nachfrage nach Öl hat diese Bindung fallende Energiepreise zur Folge. Auch die Kosten für den Vertrieb sind
Bestandteil der Energiekosten, machen indes nur einen geringen Anteil aus. Für Energiekosten und Vertrieb fallen die fehlenden 656 Euro an.

 

Das Fazit

Kurz kopfgerechnet zeigt sich, dass die ersten vier Posten zu Gebühren und Grundabgaben von den 1.276 Euro exakt 620 Euro ausmachen. Das sind vom Gesamtpreis stattliche 48,6 Prozent – auf die Versorger wie EWE keinen Einfluss haben. Die andere Hälfte reguliert das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Mit dem Geld, das die Versorger am Ende einnehmen, bezahlt EWE unter anderem jeden Monat rund 9000 Gehälter oder investiert in den Breitbandausbau.

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