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Preisbestandteile Strom

Vom Fön bis zum Kühlschrank verbrauchen in Ihrem Haushalt viele Geräte Strom. Jedoch ist nicht der Strom selbst teuer, es sind vor allem die Grundkosten. Denn der Strompreis hat mehrere Bestandteile, u. a. Netzkosten, Energiekosten sowie Steuern und Abgaben.

Wofür bezahlen Sie eigentlich?

Nehmen wir als Beispiel das Produkt EWE Strom comfort mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh im Strom-Vertriebsgebiet 7. Wie setzt sich die Gesamtsumme von 1.021,20 Euro zusammen?

Erfahren Sie, wie sich Ihr Strompreis bei EWE zusammensetzt.

Die Netzkosten

Der Strom gelangt über Verteilnetze vom Kraftwerk zum Kunden. Für deren Betrieb, Instandhaltung und weiteren Ausbau zahlen Sie an den Netzbetreiber ein Entgelt. Die Höhe dieses Entgelts wird von der Bundesnetzagentur genehmigt – und fällt je nach Region unterschiedlich aus. In unserem Beispiel zahlen Sie als EWE-Kunde für die Netzkosten 281 Euro.

Die Konzessionsabgabe

EWE zahlt Geld an die Kommunen, damit wir öffentliche Verkehrswege bei der Verlegung von Strom- und Gasnetzen nutzen dürfen. Die Höhe dieser Abgabe richtet sich nach der Einwohnerzahl. Der Kunde trägt zu dieser Konzessionsabgabe 46 Euro bei.

Die Stromsteuer

Auch Vater Staat kassiert via Steuern und Abgaben mit. Die Stromsteuer (oft auch Ökosteuer genannt) gibt es seit 1999. Mittlerweile liegt sie bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde – und das völlig unabhängig vom aktuell gültigen Marktpreis. In diesem Beispiel: 66 Euro.

Industrieumlage

... oder um genau zu sein: Umlage nach §19 der Stromnetzentgeltverordnung. Sie beinhaltet die Befreiung stromintensiver Betriebe von den Netzgebühren. Diese Regelung schlägt mit 12 Euro zu Buche.

Aus diesen Preisbestandteilen besteht Ihr Strom.

EEG und KWK-G

Diese Abkürzungen stehen für Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G), in Kraft getreten im Jahr 2000. Sie legen fest, dass die Energieversorger vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen abnehmen müssen. Zugleich wird die Energie aus diesen Quellen höher vergütet als konventionell erzeugter Strom. 2004 hat der Gesetzgeber das EEG überarbeitet. Dadurch wurden die Vergütungen, die Energieversorger an Betreiber von Anlagen zur regenerativen Stromgewinnung und von KWK-G zahlen müssen, nochmals angehoben. Dies führte zu einer weiteren Erhöhung des allgemeinen Verbrauchspreises. Diese zusätzlichen Kosten fließen in den Endpreis für die Stromkunden ein. In unserem Beispiel mit 220 Euro (EEG) bzw. 14 Euro (KWK-G).

 

Die Mehrwertsteuer

Wie für so ziemliches jedes Produkt, das Sie als Verbraucher konsumieren, fällt auch bei Strom eine Mehrwertsteuer an. Die liegt bei 19 Prozent = 163 Euro.

Das Fazit

Diese sieben Posten zu Gebühren und Grundabgaben machen von den 1.021,20 Euro exakt 802 Euro aus. Das sind vom Gesamtpreis stattliche 78,5 Prozent – auf die Versorger wie EWE keinen Einfluss haben. Den Rest, also die reinen Energiekosten (im Beispiel 219,20 Euro), reguliert das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage nach Strom, so steigen die Strompreise an den Strombörsen. Bei sinkender Nachfrage nach Energie bzw. Energieträgern fällt der Preis. Die Höhe des Börsenpreises bestimmt den Einkaufspreis für die Energieversorger.

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