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Vom Altbau zum Traumhaus: Energieeffizienzklasse G

Der Weg zur Traumimmobilie muss nicht zwangsläufig über einen Neubau führen. Oftmals kann ein Altbau günstig erworben und nach den eigenen Vorstellungen saniert und modernisiert werden. Wer eine Immobilie erwirbt, wird schnell mit den Energieeffizienzklassen und Energiewerten der Immobilien konfrontiert. Doch was hat es damit auf sich? Wie groß ist der Unterschied an Energiekosten zwischen den Klassen?

Die Energieeffizienzklassen im Überblick

2008 führte der Gesetzgeber in der Energiesparverordnung für Gebäude, abgekürzt mit EnEV, den Energieausweis ein. In der EnEV werden u. a. energetische Maßnahmen für Immobilienbesitzer geregelt. Das betrifft z. B. Vorschriften für Heizungsanlagen, Fassadendämmungen, Verglasungen und vieles mehr. Vor allem Neubauten müssen bestimmte Richtlinien zum Energieverbrauch einhalten. Bei Bestandsimmobilien hat der Gesetzgeber etwas großzügigere Grenzen gezogen. Aber auch hier sind bestimmte Maßnahmen zur Sanierung in vorgegebenen Zeiträumen einzuhalten.

Damit die Energiewerte der Immobilien vergleichbar sind, schreibt die EnEV verpflichtend für jedes Gebäude, das verkauft oder vermietet wird, einen Energiepass vor. Dieser muss Energieeffizienzklasse Gschon bei der Besichtigung zugänglich sein. In diesem Energiepass wird die Immobilie energetisch bewertet. Je nach Ausführung wird über Messungen oder Berechnungen ein Energieverbrauchs- oder Energiebedarfswert festgelegt. Anhand dieses Wertes lässt sich die Immobilie in eine Energieeffizienzklasse einteilen.

Bei Energieausweisen, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, verläuft diese von A nach J, bei neueren Ausweisen von A+ nach H. A bezeichnet dabei Immobilen mit niedrigen Energiewerten. Die Energieeffizienzklasse einer Immobilie finden Sie auf dem Tachoband des Energieausweises. Hier handelt es sich um eine Farbverlaufskale, die von Grün nach Rot verläuft.

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Service Zuhause Energieeffizienzklasse G 480x255

Wie lassen sich anhand des Energieverbrauchwertes Kosten beziffern?

Um die zu erwartenden Energiekosten für ein Gebäude zu überschlagen, nehmen Sie dessen Wohnfläche (zu finden auf dem Energiepass Seite 1) und multiplizieren sie mit dem Faktor 1,2. So schließen Sie zusätzlich zu beheizende Flächen außerhalb der Wohnfläche ein (Keller, Flur). Das Ergebnis multiplizieren Sie mit dem Energieverbrauchswert aus dem Energiepass und erhalten so den zu erwartenden Energieverbrauch.
Hier eine Beispielrechnung: Eine Immobilie ist in der Energieeffizienzklasse D mit 100 kWh/m² x a eingestuft. Die Wohnfläche beträgt 80 m².

80m² x 1,2 = 96 / 96 x 100kWh/m²x a = 9.600 kWh

Was bedeutet die Einstufung in die Energieeffizienzklasse G

Die Energieeffizienzklasse G umfasst in der Regel Altbauten, die teilweise bereits modernisiert sind. Hier wurde beispielsweise schon eine Isolierverglasung eingesetzt oder eine Teilfläche der Fassade isoliert. Der Energieverbrauchswert liegt zwischen 200 - 300kWh/m² x a bzw. bei neuen Energieausweisen zwischen 200 - 250 kWh/m² x a. Die zu erwartenden Energiekosten sind eher hoch anzusetzen und weitere Modernisierungsmaßnahmen können sich deshalb schnell bezahlt machen. Liegt eine Immobilie in der Energieeffizienzklasse G, haben Sie gute Chancen auf einen günstigeren Preis. Allerdings sollten Sie die durchzuführenden Modernisierungsmaßnahmen unbedingt von einem Fachmann berechnen lassen. Die dabei zu erwartenden Kosten sind in die Preisverhandlung mit einzubeziehen.

Wie hoch ist die Energieeffizienzklasse nach oben steigerbar?

Sehr hochwertig modernisierte Altbauten erreichen die Energieeffizienzklasse B (bzw. C nach alter Klassifizierung). Gebäude dieser Klasse besitzen vollisolierte Außenflächen, umfassend gedämmte Dächer, hochwertige Isolierverglasungen und geregelte Belüftungsanlagen. Die Heizanlagen sind hocheffizient und oft mit Solarthermie oder Solarenergieanlagen gekoppelt. Es ist also viel Spielraum vorhanden, um aus dem günstigen Altbauschnäppchen ein energetisch effizientes Traumhaus zu machen.
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