Gaspreis – Kosten und Zusammensetzung

Die Lage am Gasmarkt bleibt angespannt. Die Bundesregierung hat mit der Mehrwertsteuersenkung sowie der geplanten Einführung eines Gaspreisdeckels spürbare Entlastungen für die Gasverbraucher geschaffen. An den Börsen sind die Einkaufspreise für Gas zwar aus verschiedenen Gründen zuletzt gesunken, allerdings befinden sich die Beschaffungskosten im Vergleich zum Zeitraum vor dem Ukraine-Krieg weiterhin auf einem hohen Niveau. EWE ist daher gezwungen die Preise für Gas zum 1. Januar 2023 erneut anzuheben.


So setzt sich der Gaspreis zusammen


So setzt sich der Gaspreis zusammen.

*Bei einem MwSt.-Satz von 7 %; ausgewiesen ist der prozentuale Anteil am Gesamtpreis.


Zusammensetzung Energiebestandteile 

Steuern, Abgaben und Umlagen machen etwa 14 % des Preises aus

In diesem Kostenblock sind sämtliche staatlich veranlasste Abgaben und Umlagen zusammengefasst. Den größten Anteil nehmen Mehrwertsteuer und Energiesteuer ein – in beiden Fällen handelt es sich um vom Bund erhobene Verbrauchssteuern. Die Konzessionsabgabe fließt an die Gemeinden für die Nutzung öffentlicher Verkehrswege bei der Verlegung von Strom- und Gasnetzen. Mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) wurde die sogenannte CO2-Abgabe eingeführt. Durch die seit dem 1. Oktober 2022 erhobene Gasspeicherumlage ist ein neuer Bestandteil bei diesem Kostenblock hinzugekommen. Die temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer für Gas vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2024 sorgt insgesamt dafür, dass sich der prozentuale Anteil der staatlich veranlassten Kostenbestandteile etwas verringert.

 Zusammensetzung Energiebestandteile

Beschaffungs- und Vertriebskosten bestimmen rund 78 %

Das ist der Einkaufspreis für Gas im engeren Sinne. Dieser ergibt sich aus dem Angebot und der Nachfrage nach Energie bzw. den Energieträgern. Auch die Kosten für den Vertrieb, Service und Abrechnung sind Bestandteil dieses Kostenblocks – allerdings in einem deutlich geringeren Umfang als die Beschaffungskosten.

 Zusammensetzung Energiebestandteile

Netzkosten machen ca. 8 % aus

Für die Benutzung der Gasnetze zahlt EWE Netzentgelte an den jeweiligen Netzbetreiber. Die Netzentgelte sind von der Bundesnetzagentur genehmigt und können von EWE nicht beeinflusst werden. Sie fallen in erster Linie für den Betrieb, die Instandhaltung und den weiteren Ausbau der Netze an. Zusätzliche Kosten entstehen durch den Messstellenbetrieb und die Messung.


Sinkende Börsenpreise und steigende Gaspreise – wie passt das zusammen?

Die Medien berichten aktuell vermehrt von sinkenden Börsenpreisen für Gas. Trotzdem steigen die Gaspreise für die Kunden weiter an. Woran liegt das? Zunächst muss man festhalten, dass sich der Handel an den Börsen immer an den zukünftigen Entwicklungen ausrichtet. Diese wird aktuell von vielen Experten unter anderem aus den folgenden Gründen eher optimistisch eingeschätzt:

  • Die Gasspeicher in Deutschland und Europa sind verhältnismäßig gut gefüllt.
  • Der Herbst 2022 war bislang eher von milden Temperaturen geprägt.
  • Es wird weniger Gas verbraucht als im Vergleichszeitraum.
  • Zum Jahreswechsel sollen die ersten Flüssiggasterminals in Betrieb gehen.

Gasversorger kaufen das Gas für die Kunden in der Regel nicht tagesaktuell an der Börse ein, sondern verteilt über einen längeren Zeitraum. Eine bestimmte Gasmenge wird zum Beispiel langfristig eingekauft, weitere Mengen dann eher mittel- oder sogar kurzfristig. Wir sprechen hier von einer so genannten Mischkalkulation. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn je mehr Menge man sich zu einem bestimmten Preis langfristig sichert, desto länger lassen sich die Preise stabil halten - vor allem für Kunden mit so genannten Laufzeitverträgen.

Wenn also der Börsenpreis steigt oder sinkt, kommt das erst zeitverzögert bei unseren Kunden an. Die Gaspreise für die Kunden steigen also aktuell weiter, da sich die Preissprünge an der Börse aus den vergangenen Monaten erst nach und nach auf die Verbraucherpreise niederschlagen. Für eine echte Trendwende hin zu sinkenden Gaspreisen für die Kunden braucht es daher langfristig niedrige Börsenpreise.